12. April 2010

Große Erwartungen

Abgelegt unter: Afrika in Deutschland — Schlagwörter:, , — Ina @ 18:50

Auch wenn ich im Moment durch mein Praktikum (Partnerschaftsverein Rheinland-Pfalz/Ruanda) immer etwas Afrika um mich habe, sehnte ich mich nach ein wenig wissenschaftlichem Austausch. Was für ein Glück, dass die Tagung der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland (VAD) dieses Jahr in Mainz stattfand. Schon Wochen vorher freute ich mich auf das interessante und abwechslungsreiche Programm. Dementsprechend groß waren die Erwartungen. Die Organisation war gut, die Anmeldung funktionierte, die Infomappe übersichtlich und ausreichend mit vielen Zusatzmaterialien.

Dann ging’s endlich zu den ersten Panels, d.h. mehr oder weniger bekannte Wissenschaftler halten zu einem mehr oder weniger gemeinsamen Thema einen Vortrag und beantworten danach noch ein paar Fragen. Hört sich doch nicht so schwer an – ist es aber! Ich habe mal wieder gelernt, nur weil man ein anerkannter Wissenschaftler ist, ist man gleichzeitig nicht unbedingt ein guter Redner. Die freie Rede und die sinnvolle Nutzung von Powerpoint scheint ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Ich war schon sehr froh, mal kurz das Gesicht eines Redners zu sehen, der sich sonst immer hinter dem aufgeklappten Laptop versteckte. Das Publikum kaum anzuschauen, ist eine gute Taktik, um die gelangweilten Gähner nicht zu sehen. Ich hatte aber auch die Wahl, wenn ich nicht zuhören wollte, konnte ich auch lesen, denn der gehörte Text war nochmals in der PP abgebildet. Ich sollte vielleicht mal festhalten: Nur wenn man vor jeden Satz ein Aufzählungszeichen macht, ist das noch lange keine Stichpunkt. Aber mitlesen ging nur, wenn man etwas erkennen konnte: schwarze Schrift auf dunkelroten Hintergrund in Schriftgröße 8 hat mich doch etwas überfordert, diesen Augentest habe ich leider nicht bestanden. Der Vortragende hat es aber wenigstens erkannt, wenn auch etwas spät: “there are different colours, you can´t see” und ich hoffe auf Besserung. Ich begreif das nicht, wie kann man ein spannendes und wichtiges Thema durch eine schlechte Vortragsweise so verderben.

Aber die Panels hatten ein sehr unterschiedliches Niveau, nicht nur abhängig von den Rednern, sondern auch vom Moderator und Publikum. Denn auch Einzelne im Publikum haben mich genervt. Meine Bitte: W-Lan-Verbot! Es ist einfach nur anstrengend, wenn vor dir einer in seinem Laptop die ganze Zeit E-Mails liest und die neusten Nachrichten verfolgt. Es gibt keine Anwesenheitspflicht, geht ins Cafè und lest dort, ich will mich konzentrieren!

Besonders gut fand ich die Roundtables. Die Vorträge sind kurz, zum größeren Teil freie Rede und ohne PP. Danach hat man dann mehr Zeit für eine wirkliche Diskussion und somit für einen aktiven Austausch, der für eine Konferenz der Sinn und Zweck ist. Aber den besten Austausch gibt es immer noch während der Kaffeepausen, die schon allein wegen des leckeren Kuchens nicht verpasst werden dürfen!

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