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USA versus China

Geschrieben von Ina Richter am 27. August 2009 | Abgelegt unter Kommentare zum Zeitgeschehen

Die USA haben sich nicht nur getraut, einen Präsidenten mit afrikanischen Wurzeln zu wählen, sondern auch außenpolitisch entdecken sie Afrika wieder neu. Während Bush jun. vor allem mit seiner eigensinnigen Anti-HIV-Kampagne auffiel, bei der hauptsächlich Organisationen unterstützt wurden, die Enthaltsamkeit lehrten und den Gebrauch von Kondomen nur am Rande erwähnten. Will Obama nun einen Gegenpol zur aggressiven China-Afrika-Politik schaffen.

Der chinesische Einfluss in Afrika stieg in den letzten Jahren rapide an. Vor allem die rohstoffreichen Länder erfreuten sich einer großen Aufmerksamkeit. Dabei stellte sich China als ein unkomplizierter Wirtschaftspartner heraus. Sie nehmen die Rohstoffe des Landes ab. Für den Abbau liefern sie zum Teil die eigenen Arbeiter gleich mit. Im Gegenzug liefert China das, was Afrika braucht: Waffen und billige Kunststoffware. China mischt sich auch nicht ständig in die innere Politik afrikanischer Staaten ein. Wogegen die Amerikaner immer wieder auf Transparenz und Demokratie pochen. Diese Besserwisserei ist sicherlich nicht nur für afrikanische Präsidenten nervig. Vor allem wenn die Besserwisser ihr eigenes Wirtschaftssystem nicht im Griff haben.

Wie will Obama gegen diese Einflüsse vorgehen oder besser wie will er den amerikanischen Einfluss stärken? Direkt mit den afrikanischen Machthabern zusammenarbeiten ist schwierig. Bei manchen Regierungen kommt eine Kooperation, zum Beispiel mit dem Kongo oder Sudan, schon allein wegen der öffentlichen Meinung nicht in Frage. Andererseits sind einige afrikanische Länder an einer politischen oder wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Amerika kaum interessiert, da China die besseren Optionen bereithält. Also versucht Obamas Außenministerin Hillary Clinton eine neue Strategie. Sie versucht Einfluss von unten zu nehmen. So besuchte sie bei ihrer ersten Afrikareise Anfang August 2009 auch die „Problemfälle“ des Kontinents wie zum Beispiel Kongo, Nigeria und Liberia.

Natürlich sprach sie bei diesen Gelegenheiten auch mit den Präsidenten der jeweiligen Länder. Gleichzeitig nahm sie sich auch extra Zeit, mit der Zivilbevölkerung zu sprechen. Mediengerecht wurde vor allem ihr Besuch bei den Vergewaltigungsopfern im Kongo gezeigt. Dabei hat sie offen den Umgang mit diesen Opfern thematisiert. Offene Kritik an zukünftigen Wirtschaftpartnern war bis jetzt immer tabu.

Diese Kritik ist natürlich nur ein kleiner Ansatz und ob er ausgeweitet wird, bleibt fraglich. Es wäre großartig, wenn dies neue Wege in der Afrikapolitik eröffnen würde. Leider zeigen andere Handlungen der Obama-Regierung in eine andere Richtung. Unter anderem haben sich die USA gerade dazu verpflichtet Nigeria – einem unstabilen Staat, der einen Großteil seiner Bevölkerung im Stich lässt oder zum Teil unterdrückt – bei der Militärausbildung zu unterstützen. Der Grund für diese Hilfeleistung ist keine Selbstlosigkeit, sondern Nigeria ist ein wichtiger Erdöllieferant für die USA. So muss ich doch zu dem Schluss kommen, dass sich die amerikanische und chinesische Afrikapolitik in einigen Bereichen nicht so sehr voneinander unterscheiden.

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