Happy Birthday Herr Mugabe!
Geschrieben von Ina Richter am 5. März 2009 | Abgelegt unter Kommentare zum Zeitgeschehen

Happy Birthday Herr Mugabe!
Es ist ein wenig spät, aber ich wollte es mir doch auf keinem Fall nehmen lassen, Herrn Robert Mugabe, Präsident Simbabwes, zu seinem Ehrentag zu gratulieren, wenn auch nachträglich.
85 Jahre alt, dass ist eine ganz schöne Leistung und das nicht nur hier in Deutschland mit seinem in die Jahre gekommenen Pflege- und Rentensystem. In einem Land, wo die Lebenserwartung bei ca. 40 Jahren liegt, ist es eine noch viel größere Leistung. Dieser Mann ist wirklich außergewöhnlich.
Neben einer robusten Gesundheit hat er auch das Talent, trotz aller Anfeindungen von außen und innen, immer noch Präsident zu sein und das seit über 20 Jahren. Auch dafür: Herzlichen Glückwunsch! Wie schafft man das?
Als Erstes natürlich: Feindbilder schaffen. Das war für ihn nicht schwer - der Großteil der weißen Bevölkerung hat sich in der langen Geschichte des Landes nie wirklich integriert und die schwarze Bevölkerung nie gleichberechtigt behandelt, das blieb auch nach der Unabhängigkeit so. Also weg mit den Störenfrieden, die fast ausschließlich zur Opposition gehörten und viel zu viel wirtschaftliche Macht besaßen. Damit hat er mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Dass es dabei zu einigen Todesfällen kam und die Nahrungsmittelwirtschaft zusammenbrach, sollte dabei nicht im Vordergrund stehen - man muss das Gesamtkonzept sehen!
Zweitens: Opposition ausschalten. Es gibt ja immer wieder Menschen, die nicht an einen glauben wollen und denken sie können alles besser. Dabei sollte man erst einmal mit juristischen Mitteln ihr Wirken einschränken, sich der Presse annehmen, damit sie ihre Lügen nicht verbreiten kann und schließlich, wenn alles nichts hilft, muss man zu anderen Einschüchterungsmaßnahmen greifen oder ihnen einen machtlosen Posten in der Regierung anbieten.
Drittens: die Bevölkerung. Dieser muss immer wieder gezeigt werden, wie schön das Land ist, in dem sie leben dürfen und welchen Reichtum es besitzt, indem man immer wieder seinen eigenen Reichtum öffentlich zeigt. Gelegenheiten gibt es genug, wie zum Beispiel eine pompöse Geburtstagsfeier. Falls der Großteil des eigenen Volkes in Armut lebt, liegt es entweder an jedem selbst oder an den Feinden der Regierung innerhalb oder außerhalb des Landes, nie an dem Präsidenten.
Alle diese Punkte hat Robert Mugabe bestens befolgt und er hat gezeigt, dass es funktioniert. Dass es dennoch für ihn in seinem eigenen Land ungemütlich geworden ist, liegt vielleicht daran, dass ein Großteil der Bevölkerung aus unerfindlichen Gründen wegzieht oder stirbt. Und was ist ein Diktator ohne Volk? Falls es soweit kommen sollte, dürfen sich die Hongkonger freuen, sie haben es geschafft, dass sich Mugabe so wohl in ihrer Stadt fühlt, dass er schon einen Teil seines Vermögens und einen Teil seines Familienclans dorthin übergesiedelt hat. Vielleicht hat er sich Hongkong auch ausgesucht, um einen eigenen neuen Staat zu gründen. Zutrauen würde ich es ihm und Menschen gibt es dort auch genug.
Also hoch die Champagnergläser und aufpassen, dass der Hummer nicht im Halse stecken bleibt!
P.S. Kennen lernen würde ich diesen Mann gerne einmal, vielleicht begreift man den Wahnsinn besser, wenn er einem gegenüber steht.
Video zum Thema:
Weiterführende Informationen:
Blackworld-Blog: It´s Party Time! (11.02.2009)
Rabenzeit: Keine Hoffnung für Afrika!? (01.02.2009)
Transafrika-Blog: Simbabwe: Abkommen über Machtteilung zwischen Mugabe und Tsvangirai (15.09.2008)
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