29. April 2010

Welt Malaria Tag

Abgelegt unter: Kommentare zum Zeitgeschehen — Schlagwörter:, — Ina @ 14:40

Es war wieder ein Tag des …. Inzwischen gibt es ja für alles Mögliche einen Tag, “Tag des Baumes” oder “Tag der Milch”. Einige Tage haben eine sehr gute PR, wie zum Beispiel der Welt-Aids-Tag, der bekommt sogar eigene TV-Galas und Promis stecken sich an diesem Tag kleine rote Schleifchen an. Diesmal (25.04.2010) war Malaria dran und kaum einer wusste es. Der Welt-Malaria-Tag hat ein ähnliches Schicksal wie der “Tag der Milch”: kaum einer beachtet ihn.

Aber warum nur? So ein Tag soll dazu anregen, dass man mehr für das Thema sensibilisiert wird. Bei Milch scheint das mir weniger wichtig zu sein, als bei Malaria. Immerhin sterben jedes Jahr Millionen an dieser Infektionskrankheit. Vielleicht liegt es daran, dass man fast 90 Prozent aller Malariatoten in Afrika findet, aber das ist nur ein böser Gedanke. Die am härtesten getroffenen Länder sind DRC, Äthiopien, Ghana, Kenia, Mozambique, Sierra Leone und Sambia.

Aber die Weltbank vergisst Afrika nicht. Gerade haben sie festgelegt, dass sie 200 Mio. Dollar für die Bereitstellung von 25 Mio. Moskitonetze zur Verfügung stellen. Das ist eine wunderbare Geste, aber auch mehr nicht, denn Moskitonetze sind kein Allheilmittel. Das wäre ungefähr so, als wenn man den Mundschutz während der Grippewelle nur den halben Tag trägt. Leider gibt es Moskitos nicht nur in der Nacht im Schlafzimmer. Gestochen kann man auch abends beim Bier mit Freunden oder früh bei der Arbeit auf dem Feld. Die 200 Mio. Dollar hätten sie lieber in Medikamente umsetzen sollen, denn Malaria ist behandelbar. In den meisten Fällen auch nicht tödlich, wenn man Zugang zur ärztlichen Betreuung hat.

Wahrscheinlich brauchte die Weltbank wieder eine medienwirksame Spendenaktion. Denn am 31.12.2010 ist Stichtag an dem nachweislich gelungen sein sollte, die Anzahl der Malariatoten um die Hälfte zu reduzieren. Das wurde jedenfalls am 25.04.2000 in Abuja, Nigeria festgelegt. Bis jetzt sieht es nicht so gut aus. Aber vielleicht helfen die Moskitonetze, wenn schon nicht den Menschen, dann wenigstens der Statistik.

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