Olive Schreiner (1855-1920) in Südafrika geboren und aufgewachsen ist eine bekannte Feministin, die in ihrem Roman das Leben auf einer Siedlerfarm im 19. Jahrhundert in Südafrika beschreibt.
Sie erzählt die Lebensgeschichte von drei jungen Menschen. Diese leben unter der Aufsicht von der als sehr stämmig beschriebenen Burenfrau Sannie. Em ist ihre Tochter, eine ruhiges und häusliches Mädchen. Der Gegenpart von ihr ist ihre Cousine Lyndall, die ihr intellektuell überlegen ist. Daneben gibt es den in sich sehr verschlossenen Waldo, Sohn eines deutschen Vorarbeiters. Das Leben dieser drei sehr unterschiedlichen Charaktere sind die Eckpfeiler des Romans.
Der erste Teil des Romans wird vor allem durch das Erscheinen des Hochstaplers Bonaparte gestaltet. Der den Tod von Waldos Vater begründet und der auch durch physische und psychische Gewalt Waldo vertreiben will. Schließlich wird ihm aber seine eigene Arroganz zum Verhängnis.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Emanzipation der drei Charaktere. Sie versuchen ihren Platz in der Welt zu finden und scheitern schließlich an ihrer Umwelt und unerfüllten Zielen.
Der Roman hat mich sehr beeindruckt, da er für seine Entstehungszeit sehr offen mit den Fragen der Emanzipation und Religiosität umgeht. Als er im 19. Jahrhundert veröffentlicht wurde, hat er einen Aufschrei ausgelöst. Er zeigt eine Frau, die offen gegen jede männliche Bevormundung vorgeht und auch offen mit Sexualität umgeht. Gleichzeitig wird Kritik an der Kirche geübt.
Einfach zu lesen ist dieses Buch nicht. Es gibt keinen klaren Erzählstrang und Erzähler. Durchbrochen wird die Handlung immer wieder durch lange Monologe mit Gott, philosophischen Diskursen und bis ins Detail geschilderte Landschaftsbeobachtungen, die die aufgebaute Spannung leider wieder zerstören.
Dennoch ist der Roman lesenswert und hochinteressant, um das damalige Leben der weißen Siedler in Afrika zu verstehen, dazu gehört auch, dass die Afrikaner keine Rolle in dem Leben der Siedler spielten. Sie sind auch in diesem Buch nur Randfiguren. Aber zu Recht wird Olive Schreiner als wichtige Feministin und Wegbereiterin für andere weibliche Schriftstellerinnen genannt, die offen über Themen wie Religion und Gleichberechtigung schreibt. Besonders in Gesellschaften, wie dem ländlichen Südafrika, welche sich erst spät mit diesen Themen auseinandersetzten.
