Chinua Achebe ist ein großartiger Schriftsteller, der dem Leser den afrikanischen Kontinent nicht nur näher bringt, sondern er weckt mit seinen Romanen auch ein größeres Verständnis besonders für die Entwicklung Afrikas während und nach der Kolonialzeit.
In seinem Buch „Heimkehr in fremdes Land“ beschreibt er das Schicksal des jungen Nigerianer Obi, der nach einer Universitätsausbildung in England in das koloniale Nigeria – ca. 4 Jahre vor der Unabhängigkeit – zurückkehrt.
Sein Scheitern im Heimatland ist von der ersten Seite an klar. Anhand von Rückblicken wird dieses Scheitern sehr fühlbar geschildert.
Obi wurde mit finanzieller Hilfe seiner ganzen Dorfgemeinschaft nach England geschickt, dementsprechend groß sind die Erwartungen, die in ihn gesetzt werden. Diese Erwartungen und die Anforderungen durch seinen neuen Beruf und seine neue Liebe zerreiben ihn. Von allen Seiten lockt die Korruption, das schnelle Geld, welches er so dringend benötigt, doch sein Gewissen und der Glaube an eine gerechte Zukunft für sein Land halten ihn zurück.
Doch schließlich fällt er durch einen persönlichen Schicksalsschlag völlig aus der Bahn und er gibt dem Druck nach. Durch sein sonst immer ehrliches Verhalten, ist das Entsetzen auf allen Seiten besonders groß und die, die vorher zu ihm gestanden haben, wenden sich ab.
Der Roman erklärt nicht wie es geschehen konnte, dass in so vielen afrikanischen Ländern Korruption durch alle Wirtschafts- und Gesellschaftsschichten dringt, aber man versteht anhand des einen persönlichen Schicksals, wie es im Kleinen dazu kommen kann. Gleichzeitig ist der Roman eine großartige Studie über die Zeit kurz vor der Unabhängigkeit Nigerias. Man fühlt die Aufbruchsstimmung und gleichzeitig den Konflikt zwischen Tradition und Moderne, für den es keine Lösung zu geben scheint.
Auch wenn der Roman nicht neu ist, kann ich ihn dennoch für das Verstehen der aktuellen Entwicklungen in Afrika empfehlen, da er ein Problem aufgreift, welches bis heute leider Thema ist.
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