5. Juni 2008

Achebe, Chinua – Heimkehr in fremdes Land

Abgelegt unter: Afrika-Bücher — Schlagwörter:, — Ina @ 17:42

 

Achebe, Chinua - Heimkehr in fremdes Land

Chinua Achebe ist ein großartiger Schriftsteller, der dem Leser den afrikanischen Kontinent nicht nur näher bringt, sondern er weckt mit seinen Romanen auch ein größeres Verständnis besonders für die Entwicklung Afrikas während und nach der Kolonialzeit.

In seinem Buch „Heimkehr in fremdes Land“ beschreibt er das Schicksal des jungen Nigerianer Obi, der nach einer Universitätsausbildung in England in das koloniale Nigeria – ca. 4 Jahre vor der Unabhängigkeit – zurückkehrt.

Sein Scheitern im Heimatland ist von der ersten Seite an klar. Anhand von Rückblicken wird dieses Scheitern sehr fühlbar geschildert.

Obi wurde mit finanzieller Hilfe seiner ganzen Dorfgemeinschaft nach England geschickt, dementsprechend groß sind die Erwartungen, die in ihn gesetzt werden. Diese Erwartungen und die Anforderungen durch seinen neuen Beruf und seine neue Liebe zerreiben ihn. Von allen Seiten lockt die Korruption, das schnelle Geld, welches er so dringend benötigt, doch sein Gewissen und der Glaube an eine gerechte Zukunft für sein Land halten ihn zurück.

Doch schließlich fällt er durch einen persönlichen Schicksalsschlag völlig aus der Bahn und er gibt dem Druck nach. Durch sein sonst immer ehrliches Verhalten, ist das Entsetzen auf allen Seiten besonders groß und die, die vorher zu ihm gestanden haben, wenden sich ab.

Der Roman erklärt nicht wie es geschehen konnte, dass in so vielen afrikanischen Ländern Korruption durch alle Wirtschafts- und Gesellschaftsschichten dringt, aber man versteht anhand des einen persönlichen Schicksals, wie es im Kleinen dazu kommen kann. Gleichzeitig ist der Roman eine großartige Studie über die Zeit kurz vor der Unabhängigkeit Nigerias. Man fühlt die Aufbruchsstimmung und gleichzeitig den Konflikt zwischen Tradition und Moderne, für den es keine Lösung zu geben scheint.

Auch wenn der Roman nicht neu ist, kann ich ihn dennoch für das Verstehen der aktuellen Entwicklungen in Afrika empfehlen, da er ein Problem aufgreift, welches bis heute leider Thema ist.

Mehr unter: http://www.afrozone.de

3. Juni 2008

Auf nach Kenia!?

Abgelegt unter: Kommentare zum Zeitgeschehen — Schlagwörter:, — Ina @ 15:53

Auf nach Kenia!?

Kenia – Land der schneeweißen Strände, der weiten Savannenlandschaft voll mit exotischen Tieren und natürlich der farbenfrohen Massai. Anfang dieses Jahres hat uns unser beliebtes Urlaubsreiseland sehr erschreckt. Dank der Unterstützung einer unfähigen Regierung sind Kenianer unterschiedlicher ethnischer Herkunft aufeinander losgegangen. Nun, nach ein paar Wochen Ruhe, hört man kaum etwas Neues über dieses wunderbare Land.

Die Regierung bemüht sich in der Öffentlichkeit um Normalität, wo noch keine Normalität herrschen kann. Nach den gewaltsamen Unruhen, die zu 1500 Toten und 600.000 Flüchtlingen* geführt haben, ist die Angst immer noch im Land verbreitet. Wie soll man auch zur Tagesordnung übergehen, wenn das eigene Heim von einem Nachbarn zerstört wurde. Einige Flüchtlinge leben noch in Lagern, einerseits weil sie Angst haben nach Hause zurückzukehren, anderseits weil sie kein zu Hause mehr haben. Um jedes Zeichen dieser Gewaltausbrüche zu beseitigen, werden die Flüchtlinge jetzt sogar mit Gewalt gezwungen, die Camps zu verlassen. Wohin sie gehen sollen, bleibt ihnen überlassen.

Die kenianische Regierung hat auch allen Grund, den Schein der Normalität zu erzeugen, denn kaum ein anderes afrikanisches Land ist so von den Einnahmen des Tourismus abhängig. Deshalb reist jetzt der kenianische Minister für Tourismus Najib Balala durch Europa und macht Werbung für sein Land.

Was macht man nun als deutscher Tourist, der weiße Strände, Savannenlandschaft etc. sehr liebt, aber auch gerne mit einem guten Gewissen reisen möchte? Meiner Meinung nach: Reist nach Kenia! Auch wenn den Flüchtlingen wahrscheinlich dadurch nicht geholfen wird, aber so viele Menschen brauchen die Touristeneinnahmen – nicht nur die großen westlichen Hotelketten, sondern auch die „kleinen“ Angestellten, die Straßenverkäufer und die Wildhüter. Dennoch sollte man Kenia in Zukunft genauer beobachten, die Konflikte waren nicht nur eine Folge der Wahlmanipulation, sondern sie brodeln schon seit Jahrzehnten, ohne wirklich gelöst worden zu sein.

Deshalb an alle Touristen: schaut euch das Land an, bleibt nicht im Hotel oder am Strand liegen. Denn wenn es viele neugierige Touristen gibt, die in alle „Ecken“ schauen, wird die Regierung eher gezwungen sein, die Lebensqualität aller Kenianer zu verbessern und nicht nur einfach den Schein zu wahren.

*Zahlen von news.bbc.co.uk

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