26. Mai 2008

Park, Mungo – Reise in das Innere von Afrika

Abgelegt unter: Afrika-Bücher — Schlagwörter: — Ina @ 20:08

Wer ist Mungo Park? Mungo Park ist ein bekannter britischer Afrikaerforscher, der Ende des 18. Jh. das Innere von Westafrika bereiste. Seine daraus folgenden Reisedarstellungen waren schon zu seinen Lebzeiten Bestseller. Mir wurde er aber nicht dadurch bekannt, sondern durch den ganz wunderbaren Roman „Wassermusik“ von T.C. Boyle. Denn Boyle hat anhand der biographischen Daten und der Reiseerzählungen von Mungo Park seinen Roman geschrieben. Nach dem Lesen von „Wassermusik“ wollte ich mehr über diesen Forscher erfahren und besorgte mir „Reise in das Innere von Afrika“, worin Park seine erste Reise nach Westafrika beschreibt.

Mungo Park landet 1795 an der Küste Westafrikas, mit dem Auftrag, die geographischen weißen Flecken auf den Landkarten zu füllen, um dabei natürlich auch neue Handelswege zu erschließen. An der Küste Westafrikas arbeiteten und lebten schon einige Europäer, aber der Handel im Landesinneren lag hauptsächlich unter der Kontrolle der muslimischen und arabischen Afrikaner, sodass man als Weißer dort noch eine Kuriosität war. Mit einigen Einheimischen (Übersetzer und Träger) macht er sich nun auf den Weg, vor allem den Verlauf des Flusses Niger näher zu bestimmen und, wenn möglich, die sagenumwobene Stadt Timbuktu zu erreichen. Dabei erlebt er ein paar Unannehmlichkeiten, wie eine länger andauernde Gefangennahme, verschiedene kriegerische Auseinandersetzungen und auch der Hungertod steht ab und zu bei ihm beinahe kurz bevor.

Die Beschreibung dieser Erlebnisse hat zum Teil die Form eines Berichtes, der ab und zu unterbrochen wird von einer emotionaleren Darstellung der Kultur und des Lebens der Westafrikaner. Dabei hält er sich zurück mit den damals üblichen Klischeebeschreibungen über die „wilden Schwarzen“, auch wenn er nicht völlig davon frei ist. Nur die Mauren mag er gar nicht und beschimpft sie auf das Schlimmste – sie haben ihm aber auch übel mitgespielt. Selbst in der schrecklichsten Zeit behält er seine Ruhe und Humor. Ich fragte mich oft, wie er diese Widrigkeiten erträgt und er beschreibt diese so locker wie ein Kuchenrezept. Das macht diese Reisebeschreibung, die zum Teil etwas langatmig ist, doch sehr lesenswert. Außerdem erhält man dadurch einen guten Eindruck von dem damaligen Leben in Afrika und den Anfängen der Kolonialisierung, die durch diese Forscher natürlich auch gefördert wurde.

Wer aber eher einen Abenteuerroman lesen möchte und weniger an den historischen Reisebeschreibungen interessiert ist, sollte T.C. Boyles Roman „Wassermusik“ lesen, welcher in vielen Teilen den originalen Reisedarstellungen entspricht, daneben aber noch eine zweite Reise von Mungo Park nach Westafrika behandelt und sein Leben in Großbritannien näher beleuchtet.

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