Schlägt man zurzeit die Zeitung auf, liest man fast nur Schreckensmeldungen über die jetzige Situation in Simbabwe. Es wird über die Wahl, deren Manipulation, über Sieger und Verlierer und über die wirtschaftliche Situation berichtet. Aber wie geht es den Menschen dort wirklich? Leben in einem Land, das schon seit Jahren eine unvorstellbar hohe Inflation hat, eine Arbeitslosenquote von über 80 Prozent, dazu eine immerwährende Angst vor politischer Verfolgung – wie kann man so leben, so überleben?
Um das zu erfahren, muss man das Buch von Katharina Morello lesen, einer Schweizerin, die ein Jahr mit ihrer Familie in Simbabwe gelebt hat. Die Ereignisse in dieser Zeit hat sie in kleinen, spannenden, traurigen, kuriosen, aber vor allem lustigen Geschichten zu einem wunderbaren Buch verwoben. Sie stellt in diesen Geschichten ganz verschiedene Menschen vor, vorwiegend Frauen, die ihr Leben in dieser abstrusen Welt des heutigen Simbabwe meistern.
Katharina Morello beschreibt die Lebenssituation von zum Teil sehr unterschiedlichen Frauen, sei es eine junge Frau, die in England arbeitet um Geld für ihre Familie in Simbabwe zu verdienen, Unternehmerinnen, die ihre eigenen Geschäfte aufbauen, eine traditionelle Heilerin, die gleichzeitig Katholikin ist, von Krankenschwestern aus dem Missionskrankenhaus und auch von einer weißen Farmerin. Daraus entsteht ein differenziertes Bild vom Leben in Simbabwe.
Sie schreibt ohne große Vorurteile und bricht mit den exotischen Traumvorstellungen, die viele von Afrika haben. Dieses Buch hat nichts gemein mit den kitschigen „Frauenromanen“, die die Erlebnisse einer weißen Frau auf dem fremden und doch faszinierenden „dunklen Kontinent“ beschreibt. Dies wird noch verstärkt, indem Morello von sich selbst in der dritten Person schreibt, was am Anfang verwirrend ist, aber sich dadurch gleichzeitig besser in die einzelnen Geschichten einwebt. Sie stellt sich auf diese Weise nicht als etwas Besonderes heraus.
Das ist kein Buch allein über Frauen, sondern an ihrem Leben werden die Probleme, aber auch die Möglichkeiten des Landes aufgezeigt. Man fühlt mit diesen Frauen, man bewundert sie und beneidet sie für ihre Stärke, denn trotz der größten Widrigkeiten und vieler Rückschläge, geben sie nicht auf. Der Humor und das Lachen sind dabei ihre wichtigsten Waffen.
Man hat am Ende des Buches das Gefühl, den Menschen in Simbabwe näher zu sein, sie besser zu verstehen. In den Meldungen über Simbabwe haben die Menschen nun Gesichter bekommen.

