22. Januar 2008

Hachfeld-Tapukai, Christina – Mit der Liebe einer Löwin

Abgelegt unter: Afrika-Bücher — Schlagwörter:, — Ina @ 19:32
   

Hachfeld-Tapukai, Christina - Mit der Liebe einer Löwin

Das Buch habe ich mir nicht wegen seines kitschigen Titels und des noch kitschigeren Einbands ausgesucht – das hat mich ehrlich gesagt eher abgeschreckt, wie mich der ganze Hype um diese Herz-Schmerzgeschichten mit Afrikahintergrund, die die letzten Jahre auf den Markt kamen, abgeschreckt hat. Sie zeigen oft ein sehr einseitiges Bild von Afrika und fördern meiner Meinung nach, dass Afrika als Freilichtmuseum für exotische Tiere und Männer gesehen wird.

Aber wieder zurück zu Frau Hachfeld-Tapukai, deren Roman über ihr Leben mit einem Samburu-Krieger ich mir als leichte Urlaubslektüre ausgesucht hatte. Moment … eine weiße Frau und ein Samburu-Krieger in Kenia, das kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Wenn man den sehr erfolgreichen Roman „Die weiße Massai“ (was publikumswirksam falsch betitelt wurde, da Frau Hofmann auch einen Samburu geheiratet hatte und keinen Massai, was in manchen Augen vielleicht weniger exotisch wirkt) gelesen hat und sagen wir mal, weniger begeistert war von der sehr einfachen Sprache und der Naivität, die das ganze Buch verströmt, sollte trotzdem das Buch „Mit der Liebe einer Löwin“ lesen. Genau wie ich, wird der Leser positiv überrascht werden, denn die beiden Bücher sind nicht zu vergleichen. Hachfeld-Tapukai hat eine klare und gute Sprache. Für mich ist es zwar auch hier unverständlich, wie man sein Leben und Familie in Deutschland verlassen kann, um im „Busch“ in einer völlig fremden Welt zu leben. Aber die Autorin geht in der für sie neuen Kultur auf, sie sieht das positive, genauso wie das negative, aber sie kritisiert nicht alles mit ihrem europäischen Blick, sondern sie sieht es als etwas in dieser Kultur gewachsenes, was nur mit den dortigen Regeln langsam verändert werden kann. So möchte sie ein kleines Feld in dieser Viehzüchtergemeinschaft bestellen und geht den traditionellen Weg, in dem sie den Dorfältesten fragt und seine Entscheidung akzeptiert.

Dennoch gibt es auch bei ihr sehr große Schattenseiten in ihrem Leben, die sie nicht verschweigt, aber sie zerbricht nicht daran und gibt nicht auf, sondern lebt immer noch in Kenia. Vor allem dieser Hintergrund hat mir bewiesen, dass sie ihren Aufenthalt nicht als kurzweiliges exotisches Abenteuer sieht, sondern wirklich an diesen Veränderung in ihrer Biografie interessiert war und ist. Ich persönlich hoffe, sie schreibt mindestens noch ein Buch über ihr jetziges Leben in Kenia, denn das Erzählte war nur ein kleiner Teil vom Anfang ihrer neuen Liebe und es ist sicher noch vieles in den letzen 20 Jahren passiert.

Mehr unter: http://www.afrozone.de

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