Tania Blixen, die unter mehreren Pseudonymen bekannt ist, kann mit Recht als eine der größten Schriftstellerinnen des letzten Jahrhunderts bezeichnet werden. Und doch war ich im ersten Moment, als ich ihr Buch gelesen habe, etwas enttäuscht. Ich erwartete einen Roman ähnlich der Verfilmung „Jenseits von Afrika“. Aber es ist völlig anders.
Blixen erzählt in ihrem Roman viele kleine Erlebnisse aus ihrem Leben in der ehemaligen Kolonie Kenia. Der rote Faden fehlt dabei erst einmal, aber die einzelnen Schilderungen ihres Lebens zeichnen ein großartiges Bild der damaligen Zeit – das Ganze in einer Sprache, die zum Teil sehr poetisch ist und einfach Spaß macht zu lesen.
Besonderes Einfühlungsvermögen beweist sie in ihren Beschreibungen der schwarzen Afrikaner auf ihrer Farm, ohne dabei die Distanz zu verlieren, die für das damalige Verhältnis Schwarz und Weiß ausschlaggebend waren. Sie bleibt trotz aller Nähe, die sie durch ihr Verhalten aufbaut, die weiße Kolonialherrin. Das ermöglicht einen Blick in eine Zeit, die oft unverständlich auf mich wirkt, ohne dass man mit offenkundigen rassistischen Aussagen bombardiert wird, wie es oft in Kolonialerzählungen aus dieser Zeit vorkommt.
Ich kann diese Erzählungen von Blixen nur jedem empfehlen, es ist einfach ein Genuss sie zu lesen.
