26. Oktober 2007

Isegawa, Moses – Die Schlangengrube

Abgelegt unter: Afrika-Bücher — Schlagwörter:, , — Ina @ 19:35
   

Isegawa, Moses - Die Schlangengrube

Bat Katanga kehrt nach seinem Studium der Mathematik an der Cambridge University in sein Heimatland Uganda zurück. Dort ist nach einem Militärputsch der despotische Marschall Idi Amin an der Macht. In einem System, in dem nur die Wahl zwischen Opfer- und Täterrolle besteht, entscheidet sich Bat, moralischen Bedenken zum Trotz, für die Seite der Täter. Er wird Leiter des Energie- und Verkehrsministeriums. Während das Land in Chaos und Gewalt versinkt, führt Bat zunächst ein Leben in Reichtum. Doch bald erweckt er die Missgunst des Generals Bazooka, dem der Eifer, mit dem Bat die Effizienz und den Einfluss seines Ministeriums steigert, zuwider ist. Bat wird aus reiner Willkür verhaftet und erlebt ein Martyrium. Nach einem halben Jahr kommt er, nur durch die Intervention eines einflussreichen ehemaligen Kommilitonen, der es in England zum Abgeordneten gebracht hat, wieder frei. Anstatt Uganda, in dem die Lage sich dramatisch zuspitzt, sofort zu verlassen, bleibt er und versucht auf der politischen Bühne wieder Fuß zu fassen.

„Die Schlangengrube„ ist ein fesselnder Roman, der raffiniert aus unterschiedlichen Perspektiven ein Bild des Unrechtsstaates unter Amin zeichnet, dass dem Leser der Atem stockt. Bat Katanga ist die Hauptfigur, um die herum die Geschichte aufgebaut ist. Um die Beweggründe und Sichtweisen von Opfern und Tätern zu beleuchten und gegenüberzustellen, wechselt Isegawa von Bats Perspektive in die seiner Frau, die des gewissenlosen Generals Bazooka oder seines Widersachers Robert Ashe, einem Briten, der im Dienst für Idi Armin ebenso keine ethischen Grenzen kennt. Diese Perspektivwechsel sind gekonnt eingesetzte, spannungschaffende Momente.

Zitat aus dem Klappentext: „In seinem neuen Roman erzählt Moses Isegawa die Geschichte eines Mannes, der den Verführungen eines korrupten Systems erliegt und schließlich selbst in die Mühlen der Diktatur gerät. Ein Buch, das gerade durch seine moralische Brisanz von großer Aktualität ist.„

Für meinen Geschmack hätte Isegawa mit weniger Pathos auskommen können. Dennoch halte ich “Die Schlangengrube” für ein sehr lesenwertes Buch.

Mehr unter: http://www.afrozone.de

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